Weckmänner backen – eine schöne kleine Tradition

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und der Duft von Zimt, Hefe und warmer Milch durch die Küchen zieht, dann beginnt für viele eine ganz besondere Zeit: die Weckmann-Saison. Ob man sie Weckmann, Stutenkerl, Grättimaa oder Kiepenkerl nennt – überall steht das kleine Hefemännchen für Wärme, Gemeinschaft und Tradition.
Doch genau diese Tradition droht leise in Vergessenheit zu geraten. Immer mehr Menschen greifen zu fertig verpackten Weckmännern aus dem Supermarkt, statt selbst Hand anzulegen. Dabei ist das eigene Backen nicht nur einfach, sondern auch ein Moment echter Verbundenheit – mit der Familie, mit alten Bräuchen und mit der Jahreszeit.

Warum selbst backen so besonders ist

Selbst zu backen bedeutet, sich Zeit zu nehmen. Man knetet den Teig, sieht, wie er aufgeht, und formt mit den eigenen Händen kleine Figuren, die jede für sich ein Unikat ist. Kinder lieben es, die Rosinen zu setzen – manchmal an der richtigen Stelle, manchmal eher frei interpretiert. Beim Backen entstehen Geschichten, Erinnerungen und ein Gefühl von zuhause.

Weckmänner sind außerdem ein wunderschöner Anlass, die Martinszeit und die Zeit um den Nikolaustag bewusst zu erleben. Wer sie selbst zubereitet, gibt diese Tradition weiter – an die nächste Generation oder an Menschen, die sie vielleicht noch gar nicht kennen.


Rezept: Klassische Weckmänner aus Hefeteig

Zutaten für 6–8 Weckmänner

  • 500 g Mehl
  • 1 Würfel frische Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe)
  • 75 g Zucker
  • 90 g weiche Butter
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • Rosinen zum Dekorieren
  • 1 Eigelb + 1 EL Milch (zum Bestreichen)

Zubereitung

1. Hefeteig ansetzen
Die Milch leicht erwärmen, Zucker und Hefe darin auflösen. Kurz stehen lassen, bis die Mischung schäumt.

2. Teig kneten
Mehl, Salz, Butter und Ei in eine Schüssel geben. Die Hefemischung dazugeben und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten.
Den Teig abgedeckt 60–90 Minuten gehen lassen, bis er deutlich aufgegangen ist.

3. Formen
Den Teig in 6–8 Stücke teilen. Jedes Stück zu einer länglichen Rolle formen und daraus kleine Männchen gestalten.
Mit einem Messer Arme und Beine einschneiden. Rosinen als Augen oder Knöpfe setzen.

4. Bestreichen und Backen
Weckmänner auf ein Backblech legen, nochmals 15 Minuten ruhen lassen.
Mit Eigelb-Milch-Mischung bestreichen und bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) etwa ca. 20 Minuten goldbraun backen.


Ein kleines Ritual mit großer Wirkung

Der Duft von frisch gebackenen Weckmännern erfüllt nicht nur die Küche – er weckt Erinnerungen und schafft neue. Gerade heute, wo vieles schnell und industriell hergestellt wird, fühlt sich Selbstgebackenes wie ein kleines Stück Heimat an.
Lasst uns diese Tradition bewahren und vielleicht sogar neu beleben. Mit jedem gebackenen Weckmann teilen wir nicht nur ein Stück Teig, sondern auch ein Stück Herz.